Nicht schreiben und das schlechte Gewissen – Warum mein Debüt auf Eis liegt

Das schlechte Gewissen als Autor

Es gibt Phasen, über die man nicht gern spricht.

Phasen, in denen man nicht schreibt. Oder zumindest nicht an dem Projekt, das eigentlich Priorität hätte.

Mein Debüt liegt im Moment still.

Und ja, das fühlt sich widersprüchlich an.

War es eine bewusste Entscheidung?

Ja und nein.

Meine Kreativität hat nach einer Pause verlangt. Solche Phasen kenne ich inzwischen. Sie kommen immer wieder und oft sind sie notwendig um meine Batterien für das jeweilig Projekt wieder aufzufüllen.

Gleichzeitig war mein Ziel klar: Das Buch sollte fertig werden.

Die Zielgerade ist in Sicht. Es fehlen nur noch wenige Kapitel zur Überarbeitung. Und doch fehlt mir gerade der Zugang dazu.

Nicht aus Desinteresse. Nicht aus Faulheit. Sondern weil etwas anderes meine Energie bindet.

Produktiv und trotzdem unzufrieden

Während das Manuskript ruht, ist viel passiert.

  • Ich habe meine Brandfarben finalisiert.
  • Meinen Blog aufgebaut und eine Webdesignerin gefunden, die mich begleitet.
  • Mehrere Kinderbuchkonzepte entwickelt.
  • Ein Projekt bei über 25 Verlagen eingereicht.
  • Regelmäßig neue Blogartikel veröffentlicht.
  • Pinterest aufgebaut, um langfristig sichtbar zu werden.
  • Mich mit Struktur, Steuern und Aufbau beschäftigt.
  • Und vier Workbooks vorbereitet

Wenn ich das so lese, klingt das nicht nach Stillstand.

Und doch fühlt es sich manchmal so an.

Warum?

Weil ich Fortschritt immer noch stark an diesem einen Punkt messe: dem fertigen Buch.

Das eigentliche Problem

Vielleicht liegt das schlechte Gewissen gar nicht im Nichtschreiben.

Vielleicht liegt es im Anspruch.

In der Frage:
Bin ich produktiv genug?
Mache ich genug?
Werde ich mir selbst gerecht?

Ich befinde mich im Aufbau. Und Aufbau ist unübersichtlich. Vieles läuft gleichzeitig. Vieles passiert im Hintergrund. Vieles sieht man nicht sofort.

Doch mein innerer Maßstab ist klar und hart: Das Debüt muss fertig werden.

Alles andere fühlt sich daneben wie Vorbereitung an.

Stillstand oder Fundament?

Wenn ich jedoch bewusst zurückblicke, erkenne ich etwas anderes.

Ich habe kein halbes Jahr verloren.
Ich habe ein Fundament gelegt.

Marke. Struktur. Sichtbarkeit. Wissen. Richtung.

Das Buch ist nicht fertig.
Aber ich bin weiter.

Vielleicht ist genau das der Punkt: Fortschritt verläuft nicht linear. Manchmal wächst das Fundament, bevor das sichtbare Gebäude entsteht.

Flow lässt sich nicht erzwingen

Ich habe gelernt, meinem kreativen Rhythmus zu vertrauen. Wenn ich ihn erzwinge, wird Schreiben schwer. Zäh. Widerständig.

Wenn ich ihm Raum gebe, entstehen in kurzer Zeit große Fortschritte.

Im Moment arbeitet meine Energie eher am Unterbau als am Manuskript.

Das heißt nicht, dass das Buch unwichtig ist. Es heißt nur, dass es gerade nicht im Zentrum meiner Kraft steht.

Zwischen Realität und Anspruch

Hinzu kommt das ganz normale Leben.

Ich habe Arbeit, die mich finanziert.
Ich habe Verpflichtungen.
Und ich habe begrenzte Energie.

Das ist kein Drama. Es ist Realität.

Vielleicht ist ein Teil meines schlechten Gewissens einfach die Kollision zwischen idealem Autorenbild und tatsächlichem Alltag.

Was ich daraus lerne

Nicht zu schreiben bedeutet nicht automatisch Stillstand.

Manchmal bedeutet es Vorbereitung.
Manchmal Neuordnung.
Manchmal Wachstum auf einer anderen Ebene.

Und trotzdem darf ich ehrlich sagen:
Ja, es ärgert mich, dass das Buch noch nicht fertig ist.

Beides darf nebeneinander existieren.

Fortschritt und Ungeduld.
Produktivität und Zweifel.
Aufbau und Sehnsucht nach Abschluss.

Vielleicht ist genau das die ehrlichste Beschreibung einer Autorenkarriere im Entstehen.

Wenn du meinen Weg als Autor begleiten möchtest, mit allen Zwischenphasen, Umwegen und Entwicklungen, dann begleite mich gern im Newsletter.

Ohne festen Rhythmus. Ohne Druck.
Einfach ehrliche Einblicke in das, was gerade entsteht.

Vielleicht passt das genau zu dir.

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