Expose schreiben für Autoren
Warum es auch im Selfpublishing sinnvoll ist
Über ein Exposé bist du wahrscheinlich schon einmal gestolpert.
Spätestens dann, wenn du beginnt, dich ernsthaft mit der Veröffentlichung eines Buches zu beschäftigen, taucht dieser Begriff auf.
Im Grunde ist ein Exposé nichts anderes als eine konzentrierte Inhaltsübersicht deines Buches. Eine Art technische Zusammenfassung. Es enthält die wichtigsten Daten zum Projekt, Informationen zur Handlung und eine strukturierte Darstellung dessen, was dein Buch ausmacht.
Wenn du dich bei einem Verlag bewerben möchtest, ist ein Exposé meist unverzichtbar.
Niemand schickt einfach ein komplettes Manuskript ein.
Ein Verlag möchte zuerst wissen, worum es geht, wie das Buch aufgebaut ist und welches Potenzial dahinter steckt.
Ich vergleiche das gern mit technischen Anleitung. Man bekommt eine Datenübersicht, Leistung und die wichtigsten Eckpunkte.
Genau das macht ein Exposé für ein Buch.
Meine eigene Erfahrung damit
Im Kinderbuchbereich habe ich bereits ein Exposé an mehrere Verlage geschickt. Eine Lektorin hat den Aufbau positiv bewertet und mir einige Verbesserungsvorschläge gegeben. Das hat mich natürlich gefreut und mir gezeigt, dass meine Struktur funktioniert, auch wenn sie sich ständig weiterentwickelt.
Meine Vorlage nutze ich inzwischen für alle meine Projekte. Ganz egal, ob Kinderbuch oder YA Fantasy. Und unabhängig davon, ob aktuell eine Verlagsbewerbung geplant ist oder nicht. Natürlich wird sie auf das Projekt angepasst.
Braucht man ein Expose auch im Selfpublishing?
Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.
Der Gedanke ist nachvollziehbar: Wenn man selbst veröffentlicht, kennt man seine Geschichte ja schließlich. Warum also zusätzliche Arbeit investieren?
Meine persönliche Antwort ist eindeutig: Jedes meiner Projekte bekommt ein Exposé.
Nicht für andere. Sondern zuerst für mich selbst.
Warum ein Expose auch Autoren hilft
Ein Buch entsteht oft über Monate oder Jahre.
Ideen entwickeln sich, Figuren verändern sich, neue Handlungsstränge kommen dazu. Da kann man schnell den Überblick verlieren.
Ein Exposé hilft dabei:
Die wichtigsten Eckdaten gesammelt zu sehen.
Die zentrale Handlung klar zu formulieren.
Konflikte und Figuren im Blick zu behalten.
Die Struktur der Geschichte zu überprüfen.
Es ist wie eine Landkarte deiner Story.
Und manchmal merkt man erst beim Schreiben des Exposés, wo noch Lücken sind.
Und wenn du später doch zum Verlag willst
Dann hast du bereits alles vorbereitet.
Kein hektisches Zusammenstellen.
Keine nachträgliche Kurzfassung unter Zeitdruck.
Keine Unsicherheit darüber, was überhaupt hinein gehört.
Das Exposé existiert bereits. Du musst es nur anpassen.
Expose für Verlage immer anpassen
Wenn du dein Exposé tatsächlich an einen Verlag schickst, solltest du es immer an dessen Anforderungen anpassen. Viele Verlage haben eigene Vorgaben.
Manche wünschen eine bestimmte Länge. Andere eine spezielle Struktur oder zusätzliche Informationen, etwa eine kurze Autorenvita. Das ist mir bei Bewerbungen im Kinderbuchbereich begegnet.
Deshalb lohnt es sich immer, die Einreichungsrichtlinien genau zu lesen.
Auch beim Format gibt es Unterschiede. Für Manuskriptseiten und Leseproben wird häufig das Normseitenformat verlangt. Beim Exposé selbst ist das nicht immer Pflicht, wird aber oft gern gesehen, weil es die Lesbarkeit erleichtert.
Eine gute Vorlage ist hilfreich. Die finale Version sollte aber immer auf den jeweiligen Verlag zugeschnitten sein.
So sieht mein Expose grundsätzlich aus
Ich arbeite mit einer einfachen, klaren Struktur, zuerst kommen ein par technische Daten wenn man das so sagen kann, bis es dann langsam zur Geschichte übergeht :
Grunddaten zum Buch
Autor
Titel
Band oder Reihenplanung
GenreZielgruppe
Vergleichstitel oder Vergleichswerke
Geplante Länge in Wörtern oder Seiten
Beginn der Arbeit am Projekt
Geplante Veröffentlichung.Story Überblick
Handlungsort oder Welt
Hauptfiguren mit kurzer Beschreibung
Erzählperspektive
Zeitform.Ton oder Stimmung der Geschichte.
Kurzbeschreibung der Geschichte
Hier steht der Pitch. Eine sehr kurze Zusammenfassung in wenigen Sätzen, die neugierig machen soll.
Konflikt oder Prämisse
Was steht auf dem Spiel?
Was treibt die Handlung an?
Welche zentrale Frage beantwortet das Buch?Welche Themen behandelt die Geschichte, was willst du erzählen. -> Das ist oft einer der wichtigsten Teile eines Exposes.
Klappentext Entwurf
Der spätere Buchrückseitentext oder eine erste Version davon. Er sollte nicht zu viel verraten.
Inhaltsangabe
Hier folgt eine ausführlichere Zusammenfassung der Handlung.
Worauf man achten sollte:
Chronologisch erzählen.
Das Ende nicht verschweigen. Lektoren wollen wissen wie die Geschichte ausgeht wegen der möglichen Vermarktung.
Klar zeigen, wie sich Konflikt und Figuren entwickeln.Das ist kein Marketingtext, sondern eine sachliche Darstellung der Story.
Ergänzende InhalteAb hier kommt bei mir immer, die Charakter mit ihren wichtigsten Daten. Wann das ganze spielt, Sommer oder Winter, der Plot und danach folgt die Outline.
Für Verlage überspringst du die Ergänzenden Inhalte. Stattdessen kommt hier ->
Die Leseprobe
Meist der Anfang des Manuskripts oder eine besonders aussagekräftige Szene. Das kann auch ein späterer Abschnitt sein, wenn mehrere Perspektiven oder Handlungsstränge wichtig sind.
Die Leseprobe soll Stil, Atmosphäre und Figuren greifbar machen. Soll heißen die stimme des Buches wiedergeben.
Das ist nur eine Option von vielen. Es ist Meine Option.
Du kannst dich gern daran Orientieren. Punkte rauswerfen oder ergänzen.
Das bleibt ganz dir überlassen.
Fazit
Ein Exposé ist nicht nur ein Werkzeug für Verlage. Es ist auch ein Werkzeug für Autoren.
Es schafft Klarheit.
Es hilft beim Strukturieren.
Und es kann dir später viel Arbeit ersparen.
Deshalb bekommt bei mir jedes Projekt eine Expose.
Egal, ob Selfpublishing oder Verlag.
Wenn dich Themen rund ums Schreiben, Veröffentlichen und den Aufbau einer Autorenmarke interessieren, dann begleite mich gern auch im Newsletter. Dort teile ich Gedanken, Erfahrungen und Einblicke, die nicht immer ihren Weg auf den Blog finden. Ohne festen Rhythmus, ohne Druck. Einfach dann, wenn es etwas zu erzählen gibt.
Vielleicht ist das genau der richtige Ort für dich.


