Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben

Wie lange dauert es ein Buch zu schreiben 

Diese Frage taucht erstaunlich oft auf.
Angehende Autoren stellen sie. Leser stellen sie. Und manchmal stellt man sie sich auch selbst mitten im Schreibprozess.

Das habe ich auch mehrfach getan.

Die ehrliche Antwort auf die Frage ist nicht besonders spektakulär.

Es dauert so lange, wie es eben dauert.

Nicht, weil man trödelt.
Oder, weil man unfähig ist.
Sondern weil Geschichten nicht am Fließband entstehen.

Schreiben ist mehr als Wörter zählen.

Als ich mit dem Schreiben angefangen habe

Als ich angefangen habe zu schreiben, habe ich mir genau diese Frage gestellt.

Wie lange dauert es eigentlich, ein Buch zu schreiben?

Also habe ich recherchiert. Interviews gelesen. Blogartikel durchstöbert. Ich wollte herausfinden, wie lange andere Autoren für ihre Bücher brauchen.

Die Antworten waren erstaunlich unterschiedlich.

Manche schreiben ein Buch in drei Monaten.
Andere brauchen ein halbes Jahr.
Einige schaffen angeblich eine ganze Trilogie in einem Sommer.
Und wieder andere veröffentlichen mehrere Bücher pro Jahr.

Als ich das gelesen habe, hat das bei mir zunächst nur eines ausgelöst:

Druck.

Warum schaffen die das und ich nicht?
Warum können manche Autoren so schnell schreiben?
Warum dauert bei mir alles länger?

Mache ich irgendetwas falsch?

Heute sehe ich das anders.

Ich finde es immer noch beeindruckend, wie produktiv manche Autoren arbeiten. Aber ich versuche nicht mehr, mich davon unter Druck setzen zu lassen.

Denn jeder Autor arbeitet anders.

Und jeder hat sein eigenes Tempo.

Mein Debüt und die Zeit, die es gebraucht hat

Mein Debüt begleitet mich schon seit vielen Jahren.

Es ist nicht einfach entstanden, um veröffentlicht zu werden. Es ist gewachsen.

Mit Pausen.
Mit Umwegen.
Vor allem auch mit Zweifeln.

Während ich an meinem Debüt gearbeitet habe, sind auch andere Ideen entstanden.

Neue Geschichten, neue Welten, Projekte, zu denen ich kurz einen Abstecher gemacht habe.

Sie verschwinden nicht.

Sie warten einfach, bis ihre Zeit gekommen ist.

Rückblickend merke ich, dass diese Zeit für mich wichtig war. Manche Funken brauchten Abstand, bevor sie wirklich funktionieren konnten.

Nicht alles entsteht sofort.

Manche Geschichten entwickeln sich etwas langsamer.

Geschwindigkeit ist kein Maßstab

Auf Social Media kann schnell der Eindruck enstehen, man müsse möglichst schnell sein.

Ein Buch pro Jahr.
Besser zwei.

Oder sogar noch mehr, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Wer langsamer arbeitet, hat schnell das Gefühl, hinterherzuhinken.

Zumindest habe ich mich eine Zeit lang so gefühlt.

Dabei sagt Geschwindigkeit eigentlich wenig über die Qualität einer Geschichte aus.

Manche Autoren schreiben sehr schnell und erschaffen großartige Bücher. Andere arbeiten langsamer und entwickeln ihre Geschichten über einen längeren Zeitraum.

Beides kann funktionieren. Auf seien eigene art und weise.

Und wenn man ein bisschen genauer hinsieht, merkt man schnell, dass es auch viele Autoren gibt, die sich bewusst Zeit lassen.

Wenn man sich in der Branche genauer umhört, findet man sehr unterschiedliche Zeiträume. Manche Autoren schreiben einen Roman in wenigen Monaten. Andere arbeiten ein Jahr oder länger an einem Buch. Und manche Geschichten begleiten ihre Autoren sogar über mehrere Jahre hinweg.

Einige veröffentlichen alle zwei Jahre ein neues Buch. Andere noch seltener. Gerade bei umfangreichen Romanen oder komplexen Welten ist das nichts Ungewöhnliches.

Manchmal entsteht nur deshalb der Eindruck, dass alle unglaublich schnell veröffentlichen, weil man sich in einer bestimmten Social-Media-Bereich bewegt. Dort wirken kurze Produktionszyklen plötzlich wie der Standard.

Aber die Realität ist viel vielfältiger.

Der entscheidende Punkt ist nicht das Tempo, sondern dass der Prozess zum eigenen Schreiben passt.

Schreiben ist mehr als Schreiben

Viele Menschen denken, Schreiben bedeutet vor allem eines:

Am Schreibtisch sitzen und Text produzieren.

In Wirklichkeit gehört noch viel mehr dazu.

Ideen entwickeln.
Szenen überdenken.
Figuren verstehen.
Abstand gewinnen.

Manchmal entstehen wichtige Lösungen gerade in den Momenten, in denen man nicht schreibt.

Ein Spaziergang.
Eine Pause.
Ein Gespräch.

Diese Phasen wirken von außen vielleicht wie Stillstand.

In Wirklichkeit sind sie Teil des kreativen Prozesses.

Warum ich in erster Linie für mich schreibe

Mit der Zeit habe ich etwas Wichtiges verstanden.

Ich schreibe in erster Linie, weil ich Geschichten erzählen möchte.

Weil ich Ideen folgen will, die mich nicht mehr loslassen.

Der Spaß an der Geschichte steht für mich immer an erster Stelle.

Wenn Schreiben nur noch aus Druck besteht, verändert sich der Prozess.

Dann verliert die Geschichte etwas von ihrer Lebendigkeit.

Natürlich freue ich mich, wenn meine Bücher später Leser finden. Geschichten wollen schließlich gelesen werden.

Aber der Anfang liegt immer woanders.

Bei der Freude am Schreiben selbst.

Vielleicht entsteht genau dort die Grundlage für gute Geschichten.

Und wenn diese Leidenschaft eines Tages vielleicht sogar finanziell trägt, umso besser.
Das eine muss das andere nicht ausschließen.

Was ich über Schreiben gelernt habe

Mit der Zeit habe ich einige Dinge gelernt.

Vergleiche helfen selten weiter. Sie erzeugen nur Druck.

Jeder Autor arbeitet anders.

Ich habe gelernt, dass Pausen kein Versagen sind, sondern manchmal sogar notwendig.

Und dass ein langsamer Weg kein schlechterer sein muss.

Ich habe auch gelernt, dass Vorbereitung nicht einschränkt.

Sie entlastet.

Zum Mitnehmen

Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?

Die Antwort, die ich gefunden habe, lautet:

So lange, wie es eben dauert.

Für manche Autoren sind es wenige Monate.
Für andere mehrere Jahre.

Beides ist völlig in Ordnung.

Denn Schreiben ist kein Wettbewerb.

Jeder Autor findet irgendwann seinen eigenen Rhythmus.

Und vor allem: Hab Spaß am Schreiben. Denn das ist das einzige was dich langfristig trägt.

Wenn du ehrliche Einblicke in Schreibprozesse, kreative Entscheidungen und den Aufbau einer Autorenkarriere suchst, begleite mich gern auch im Newsletter.

Dort teile ich Gedanken, Erfahrungen und Einblicke hinter die Kulissen meines Schreibens.

Ganz ohne festen Rhythmus. Einfach dann, wenn es etwas zu erzählen gibt.

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