Warum ich schreibe und warum Bestseller für mich kein Antrieb sind
Immer wieder begegne ich Autoren im Netz, die voller Begeisterung von ihren Zielen sprechen. Bestseller werden. Sichtbar sein. Erfolgreich sein.
Ich gönne jedem Erfolg, wirklich. Sichtbarkeit, Anerkennung und finanzielle Sicherheit sind nichts Verwerfliches. Den Wunsch danach kann ich gut nachvollziehen. Und trotzdem bleibe ich bei diesem Traum oft hängen.
Nicht, weil er falsch ist.
Sondern weil er mir zu wenig wäre.
Denn Bestseller ist für mich kein Antrieb. Bestseller ist ein Ergebnis.
Wenn das Ziel außerhalb von dir liegt
Wer schreibt, um Bestseller zu werden, hängt sein gesamtes Schaffen an etwas, das sich kaum kontrollieren lässt. Markt, Timing, Algorithmen, Trends, Verlage. All das liegt außerhalb der eigenen Hand.
Das erzeugt Druck.
Vergleiche.
Angst.
Und oft auch Enttäuschung.
Wenn Erfolg der einzige Grund ist, warum man schreibt, wird jedes leise Jahr zur Krise. Und jedes Scheitern zur Existenzfrage. Schreiben wird dann schnell eng. Schwer. Belastend.
Eine Beobachtung aus der Wirtschaft
Es gibt eine Beobachtung aus der Wirtschafts und Gründungsforschung, die mir immer wieder begegnet ist. In unterschiedlichen Studien, Vorträgen und Beispielen taucht sie in ähnlicher Form auf.
Vereinfacht gesagt hat man Studierende gefragt, warum sie Betriebswirtschaft studieren. Ein Teil antwortete, um viel Geld zu verdienen. Ein anderer Teil sagte, weil sie etwas aufbauen, gestalten und bewegen wollen.
Langfristig zeigte sich in vielen dieser Untersuchungen, dass nicht die Gruppe mit dem stärksten Geldfokus die erfolgreichste war, sondern jene, die etwas erschaffen wollte. Nicht, weil sie Geld abgelehnt haben. Sondern weil es nicht ihr Hauptmotiv war.
Geld war für sie eine Folge ihres Handelns, kein Ziel.
Die Zahlen werden oft zugespitzt wiedergegeben, aber die Kernaussage gilt als gut belegt: Menschen, die aus innerer Überzeugung gestalten, bauen häufig nachhaltiger. Und genau das führt langfristig oft auch zu größerem Erfolg.
Was das mit Schreiben zu tun hat
Schreiben funktioniert ähnlich. Davon bin ich überzeugt.
Wer schreibt, weil er nicht anders kann, hält länger durch.
Wer schreibt, weil Geschichten drängen, lernt tiefer.
Wer schreibt, weil er etwas erzählen will, bleibt sich treu.
Und genau das führt oft zu Erfolg. Vielleicht nicht sofort. Aber stabiler. Ruhiger. Tragfähiger.
Denn wenn man jedes Buch schreibt mit der Hoffnung, dass es diesmal klappt, dass es diesmal reicht, dass es diesmal der Durchbruch wird, kann das unglaublich zermürbend sein. Und im schlimmsten Fall gibt man genau das auf, was einmal der Grund war anzufangen.
Warum ich schreibe
Wenn mich jemand fragt, warum ich schreibe, gibt es für mich nur eine ehrliche Antwort. Ich schreibe nicht, um einen Titel zu erreichen.
Ich schreibe, weil meine Geschichten mir keine andere Wahl lassen.
Weil sie da sind.
Weil sie erzählt werden wollen.
Weil ich weiß, dass sie Menschen berühren werden.
Ich schreibe, weil ich Geschichten in die Welt bringen möchte, die bleiben. Nicht, weil sie Trends bedienen. Sondern weil sie aus mir kommen.
Vielleicht bist du schon über meinen Leitsatz gestolpert. Storys born in dreams. Das ist keine hübsche Floskel. Es ist die ehrlichste Beschreibung meines Schreibens.
Warum dieser Antrieb stärker trägt
Ein innerer Antrieb trägt durch Zweifel. Durch langsames Wachstum. Durch Jahre ohne Applaus. Er braucht keinen ständigen Vergleich und keinen Beweis.
Er erlaubt Geduld. Tiefe. Und Fehler.
Und genau deshalb entstehen daraus oft Werke, die länger wirken als ein einzelner Hype.
Erfolg als Folge, nicht als Ziel
Das bedeutet nicht, dass Erfolg unwichtig ist. Oder Geld. Oder Leser. Jeder Autor möchte irgendwann von seiner Kunst leben können. Um noch mehr erschaffen zu können.
Aber sie sollten nicht der Grund sein, warum man schreibt.
Wenn Erfolg das Ziel ist, wird Schreiben eng.
Wenn Geschichten der Grund sind, wird Erfolg möglich.
Nicht garantiert. Aber tragfähig.
Zum Mitnehmen
Bestseller ist kein Warum.
Es ist ein Vielleicht.
Ein echtes Warum kommt von innen.
Und genau das ist oft die Grundlage für alles, was später folgt.
Auch für Erfolg.
Wenn dich nicht nur das Schreiben interessiert, sondern auch das Warum dahinter, begleite mich gern über den Newsletter.


