Autor werden aber professionell – Warum Haltung für mich wichtiger ist als Größe
„Es sind doch nur Bücher.“
„Du machst das ja nur als Hobby.“
Solche Sätze hören viele Menschen, die schreiben.
Und ja, vielleicht ist es im Moment tatsächlich noch ein Hobby.
Aber für mich bedeutet das nicht, dass man es automatisch halbherzig angehen sollte.Denn auch ein Herzensprojekt verdient Struktur. Gerade dann, wenn es aus Leidenschaft entsteht.
Warum ich versuche, meinen Weg professionell aufzubauen
Für mich war relativ früh klar, dass ich meinen Weg als Autor bewusst gestalten möchte.
Wenn ich versuche, mir eine Autorenkarriere aufzubauen, dann möchte ich das nicht nur nebenbei und ohne Richtung tun. Ich möchte versuchen, professionell aufzutreten. So gut ich das eben kann. Auf meine eigene Art.
Natürlich ist vieles im Moment noch Leidenschaft.
Manchmal auch ein wenig chaotisch. Überforderung gehört gelegentlich ebenfalls dazu.
Es fühlt sich manchmal an, als würde ich gleichzeitig in mehrere Richtungen laufen. Schreiben, planen, Ideen sammeln, Dinge lernen, die mit Kreativität auf den ersten Blick gar nichts zu tun haben.
Aber vielleicht gehört genau das zum Anfang.
Denn wer weiß schon, was aus einem Projekt einmal entstehen kann?
Vielleicht bleibt es ein Herzenshobby.
Vielleicht wächst es irgendwann über diesen Punkt hinaus.
Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich mich wohler fühle, wenn ich mir zumindest eine grobe Richtung überlege. Nicht, um alles perfekt zu planen. Sondern um nicht völlig blind loszulaufen.
Fragen, die mich am Anfang begleitet haben
Bevor ich einfach losgeschrieben habe, habe ich mir einige grundlegende Fragen gestellt.
Nicht aus Angst, etwas falsch zu machen. Sondern weil ich verstehen wollte, wohin ich eigentlich unterwegs bin.
Zum Beispiel:
Wie möchte ich als Autor wahrgenommen werden?
Welche Prinzipien sind mir wichtig und möchte ich ihnen treu bleiben?
Was soll meine Arbeit ausstrahlen?
Wie kann ich mir Schritt für Schritt etwas aufbauen, das langfristig trägt und nicht nur eine kurze Phase bleibt?
Und welche Grundlagen brauche ich eigentlich, damit meine kreative Arbeit später nicht im organisatorischen Chaos untergeht?
Diese Fragen haben mir geholfen, meinen eigenen Weg klarer zu sehen.
Nicht als festen Plan. Eher wie eine grobe Landkarte.
Was Professionalität für mich wirklich bedeutet
Professionalität hat für mich nichts mit Größe zu tun.
Nicht mit Verkaufszahlen.
Nicht mit Reichweite.
Und auch nicht mit einem perfekten Auftritt.
Jeder fängt irgendwann einmal klein an.
Für mich hat Professionalität viel mehr mit Haltung zu tun.
Damit, wie ernst man seinen eigenen Wunsch nimmt.
Wie viel Energie man bereit ist zu investieren.
Wie viel Durchhaltevermögen man mitbringt.
Es bedeutet auch, Verantwortung für das eigene Projekt zu übernehmen.
Für die eigene Arbeit.
Für das eigene Auftreten.
Und für die Zukunft, die daraus entstehen könnte.
Dazu gehört auch die Bereitschaft, ständig Neues zu lernen.
Über Schreiben.
Über Bücher.
Und über Dinge, die mit Kreativität nur am Rand zu tun haben, aber trotzdem wichtig sind.
Struktur als Unterstützung
Struktur gehört für mich inzwischen ebenfalls dazu.
Und ja, das klingt vielleicht zunächst etwas unromantisch.
Aber ich habe gemerkt, dass sie eine wichtige Unterstützung sein kann.
Ohne Struktur landet man schnell im kreativen Chaos.
Gleichzeitig war mir wichtig, dass diese Struktur flexibel bleibt.
Ich kenne mich inzwischen gut genug, um zu wissen, dass ich nicht jeden Tag gleich arbeite. Manche Phasen sind sehr produktiv. Andere ruhiger.
Deshalb brauche ich eine Struktur, die mich unterstützt. Keine, die mir vorschreibt, was ich zu tun habe.
Praktische Grundlagen am Anfang
Einige Dinge wirken am Anfang vielleicht trocken. Aber ich habe schnell gemerkt, dass sie später viel Stress vermeiden können.
Impressum
Sobald man öffentlich Inhalte veröffentlicht, sollte man sich darüber Gedanken machen. Auch ein kleiner Blog braucht ein Impressum.
Webseite
Ich wollte unbedingt eine eigene Webseite.
Eine Art Homebase. Ein Ort, von dem aus alles ausgeht.
Hier können Leser meine Gedanken verfolgen, meine Projekte entdecken und vielleicht ein Stück meiner Schreibwelt kennenlernen.
Geschäftskonto
Viele empfehlen, private und berufliche Finanzen zu trennen.
Ein separates Konto hilft später enorm, den Überblick zu behalten. Besonders dann, wenn irgendwann Einnahmen entstehen.
Steuerliche Fragen
Das war ehrlich gesagt ein Bereich, der mich lange abgeschreckt hat.
Zwischendurch hatte ich sogar kurz das Gefühl, es könnte schwieriger sein, einen Steuerberater zu finden als einen Verlag.
Aber auch das gehört dazu.
Man muss nicht alles sofort perfekt verstehen. Es hilft jedoch, sich früh damit zu beschäftigen oder sich Unterstützung zu suchen.
Das Fundament entsteht im Hintergrund
Viele dieser Dinge wirken von außen wie reine Bürokratie.
Und manchmal fühlen sie sich auch genau so an.
Gleichzeitig entsteht dadurch etwas anderes.
Ein Fundament.
Ein Fundament, auf dem meine Arbeit wachsen kann.
Im Moment ist vieles noch im Aufbau. Es passiert nicht von heute auf morgen.
Manchmal denke ich dabei an einen Bambussprossen denken.
Bambus wächst lange Zeit unter der Erde. Er baut zuerst ein starkes Wurzelsystem auf, ohne dass man an der Oberfläche viel sieht.
Und irgendwann beginnt er plötzlich sehr schnell zu wachsen.
Vielleicht ist der Anfang einer Autorenkarriere ähnlich.
Ein großer Teil der Arbeit passiert unsichtbar.
Zum Mitnehmen
Professionalität beginnt für mich nicht mit Erfolg.
Sie beginnt mit einer Haltung.
Mit der Entscheidung, ein Herzensprojekt ernst zu nehmen, auch wenn es noch klein ist.
Schritt für Schritt entsteht daraus etwas Größeres.
Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem aus einer Leidenschaft langsam eine Berufung wird.
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