Autorenkarriere aufbauen
Das hier ist der 2 Teil einer kleinen 3 Teiligen Reihe. Am Ende findest du den link zu teil 1 und 3.
Warum ich meine Sichtbarkeit vor dem Debüt aufgebaut habe
Mein Debüt ist in Sicht. Während du diesen Artikel liest, ist die Zielgerade langsam erkennbar. Und genau in dieser Phase kam eine Frage auf, die rückblickend alles verändert hat.
Ist es klug, zuerst das Debüt fertigzustellen und sich erst danach um Sichtbarkeit zu kümmern?
Meine Antwort darauf war klar. Nein. Definitiv nicht.
Je länger ich darüber nachdachte, desto deutlicher wurde mir, dass es zu spät wäre, erst nach der Veröffentlichung sichtbar zu werden. Ein Debüt sollte nicht ins Leere fallen. Es sollte landen können. In einem vorbereiteten Nest.
Also traf ich eine Entscheidung, die nach außen vielleicht unlogisch wirkt. Ich stellte mein Debüt zunächst zurück. Das passte mir auch deshalb gut, weil ich ohnehin eine kreative Schreibpause brauchte.
Stattdessen begann ich, mein Fundament aufzubauen.
Die ersten Schritte in die Öffentlichkeit
Ziemlich schnell richtete ich mir einen Instagram Account ein. Ursprünglich wollte ich dort nur den Namen sichern, den ich mir ausgesucht hatte und unbedingt haben wollte. Mehr nicht.
Dass mich diese Plattform dann doch stärker beschäftigte, war fast ein Zufall.
Ich postete erste Beiträge, setzte mich mit Inhalten auseinander und lernte schnell dazu. Dann kam die nächste Erkenntnis. Ich brauchte ein Impressum. Da ich sehr bewusst mit sensiblen Daten umgehe, entschied ich mich für einen Impressumservice. So war ich rechtlich abgesichert, ohne private Informationen öffentlich preiszugeben.
Aktuell liegt meine Followerzahl bei rund 240. Seit einigen Wochen habe ich dort nichts mehr gepostet, dennoch bleibt sie stabil. Ich habe versucht, hochwertigen Content zu liefern, ohne mein Gesicht in die Kamera zu halten. Der Erfolg blieb, sagen wir, überschaubar.
Andere wurden in der Buchbubble offen willkommen geheißen. Ich dagegen blieb eher still wahrgenommen. Einerseits empfand ich das als schade. Andererseits fand ich es interessant. Was hatten andere, was ich nicht hatte?
Diese Frage war entscheidend.
Warum Instagram allein nicht reicht
Mit der Zeit wurde mir klar, dass Instagram mich allein nicht dorthin bringen würde, wo ich hinwill. Es war nie als Fundament gedacht. Eher als Brücke. Eine Ergänzung.
Der Wunsch nach einem eigenen Blog stand deshalb ziemlich weit oben auf meiner Liste.
Also suchte ich mir einen Hoster, kaufte eine Domain und begann, meinen Blog aufzusetzen.
Bevor ich überhaupt inhaltlich arbeitete, installierte ich ein Plugin, das wie ein Vorhang funktionierte. Im Hintergrund wurde gebaut, nach außen war noch nichts sichtbar. Das war wichtig, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Erfahrung mit Plugins. Auch rechtliche Themen wie Datenschutz und DSGVO mussten erst sauber aufgesetzt werden. Eine Datenschutzerklärung hatte ich ebenfalls noch nicht.
Das nächste Projekt nahm mich komplett ein und mein Debüt sah mich schon fast vorwurfsvoll an.
Lernen, scheitern, weitermachen
In vielen Videotutorials heißt es, man könne sich in drei Stunden einen eigenen Blog erstellen. So einfach ist es leider nicht. Es gibt einiges zu beachten.
Ich probierte aus, plante, verwarf, tüftelte. Es war anstrengend. Ehrlich gesagt hat es mich gut zwei Wochen gekostet.
Ich sah stundenlang Tutorials, testete Einstellungen und holte mir von meinem technischen Assistenten Hilfe, wenn ich nicht weiterkam. Teilweise hatte ich dabei das Gefühl, ihm brennt gleich eine Sicherung durch. Sätze wie „Bloß nichts verstellen, sonst funktioniert wieder nichts“ oder „Wir gehen das jetzt Schritt für Schritt durch“ fielen regelmäßig.
Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich zufrieden war. Nicht fertig, aber zufrieden. Und genau da wurde mir klar, dass ich jetzt Unterstützung von Profis brauche.
Ich kontaktierte Agenturen, schilderte meine Situation und bat um Hilfe. Die Antworten waren ernüchternd. Absagen. Keine Rückmeldungen. Oder Angebote mit Systemen, die mich langfristig abhängig gemacht hätten und die ich nicht tragen wollte.
Enttäuscht legte ich erst einmal eine Pause ein.
Die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit
Durch Zufall stieß ich schließlich auf meine Blogdesignerin. Ich schrieb ihr sofort. Sie arbeitete mit den Tools, die ich ohnehin nutzte und nutzen wollte. Das fühlte sich stimmig an.
Wir klärten vorab mein Ziel. Die Website sollte so weit aufgebaut sein, dass ich ohne rechtliche oder technische Schwierigkeiten online gehen kann. Genau das erreichten wir auch. Relativ schnell.
Ich bekam danach noch einige Hausaufgaben mit einer Checkliste. Impressum einbinden, Datenschutzseite einrichten. Dazu verwies sie auf ihre Erklärungsvideos. Danach war ich zügig online.
Der Blog selbst war damit noch lange nicht fertig. Die About Me Seite fehlte. Ein Shop sollte integriert werden. Ein weiterer Termin steht bereits auf meiner Liste.
Verantwortung statt Improvisation
Ich hatte nun einen Instagram Account, einen eigenen Blog und die ersten Pins auf Pinterest waren ebenfalls erstellt. Schritt für Schritt nahm mein Fundament Form an.
Doch es blieben Punkte, die mir Bauchschmerzen bereiteten. Ich wollte das Ganze professionell angehen, auch wenn ich oft das Gefühl hatte, nicht genau zu wissen, was ich tue.
Dazu gehörte ein Geschäftskonto, um Ausgaben und mögliche Einnahmen sauber zu trennen. Einfach, übersichtlich und klar. Einen passenden Anbieter habe ich bereits im Blick.
Der größte Punkt aber waren die Steuern.
Als Blogger und Autor muss man sich melden. Ob als Kleingewerbe oder freischaffender Künstler ist nicht eindeutig. Die Aussagen dazu widersprechen sich. Mein Entschluss war klar. Ich gebe das an Experten ab.
Das kostet Geld. Aber es gibt Sicherheit. Eine fachgerechte Einordnung, die Anmeldung beim Finanzamt und die jährliche Abrechnung. Es wird mich im Jahr ein paar hundert Euro kosten, aber das ist es mir ehrlich gesagt wert. Ich möchte mich auf das Kreative konzentrieren können, nicht auf Formulare.
Wo ich jetzt stehe
Das Geschäftskonto ist eingerichtet.
Ein Fototermin für Autorenfotos steht noch aus. Schließlich soll man sehen, dass hier ein Mensch dahintersteht.
Ich suche eine Steuerberatung mit Fokus auf Blogger und Autoren. Das ist ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.
Ein weiterer Termin mit meiner Blogdesignerin ist geplant.
Dann kann ich hoffentlich ruhig in die Veröffentlichung starten. Ohne Illusionen. Denn ich weiß, dass auch danach noch viele Hürden kommen werden.
Aber das Fundament steht.
Zum Mitnehmen
Sichtbarkeit beginnt nicht mit dem Debüt.
Sie beginnt mit Vorbereitung.
Ich habe gelernt, dass der langsamere Weg oft der stabilere ist. Und dass es klug sein kann, erst Strukturen zu schaffen, bevor man nach außen tritt.
Das hier ist mein Weg. Und er ist noch lange nicht zu Ende.
Weitere Artikel aus dieser Reihe:
Teil 1: Autorenblog erstellen Website Design und laufende Kosten
Teil 2: Mein Weg und wie ich hier gelandet bin -> gerade gelesen
Teil 3: Was aus diesem Blog werden soll
Vielleicht interessiert dich auch noch : Autorenkarier aufbauen ohne perfekten Plan
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