Die eigene Schreibstimme finden

Was ist eigentlich eine eigene Schreibstimme ?

Viele Autoren sprechen davon, die eigene Schreibstimme zu finden. Aber was bedeutet das eigentlich.

Jeder Autor schreibt anders. Jeder hat seine eigene Art, Gedanken auszudrücken, Szenen zu beschreiben und Figuren sprechen zu lassen. Gefühle auf Papier zu bringen.

Manche Autoren schreiben sehr ausführlich und bildhaft. Andere eher schlicht und direkt. Manche arbeiten mit langen, ruhigen Sätzen, andere mit kurzen und klaren.

All diese Dinge zusammen ergeben etwas sehr Persönliches.

Die Wortwahl.
Einen eigenen Rhythmus der Rhythmus der Sätze.
Die Art, wie Emotionen beschrieben werden.

Genau daraus entsteht die eigene Schreibstimme.

Und vielleicht ist gerade das das Spannende am Schreiben. Dass keine Stimme der anderen gleicht.

Warum ich sie nicht durch Lesen, sondern durch Schreiben entdeckt habe

Um die eigene Schreibstimme zu etdecken, geben viele große Autoren immer wider den gleichen Rat.

Lesen.
Viel lesen.
So viel wie möglich lesen.

Und ja, das stimmt auch ein Stück weit.

Durch Bücher lernt man unterschiedliche Schreibstile kennen. Man entdeckt verschiedene Methoden, Perspektiven und Arten, Geschichten zu erzählen. Man merkt schnell, was einem gefällt und was weniger.

Lesen erweitert den Blick auf Sprache und Literatur und den Wortschatz, der nie groß genug sein kann.

Auch ich habe am Anfang genau das gemacht.

Ich habe viel gelesen.

Der Moment, der sich nicht nach mir anhörte

Als ich dann begann, selbst zu schreiben, fiel mir etwas auf.

Meine Texte klangen nicht wirklich nach mir.

Sie klangen eher nach dem Autor, den ich gerade gelesen hatte oder gehört.

Wenn ich ein bestimmtes Buch beschäftigt hatte, hörte sich mein Schreiben immer sehr ähnlich an. Der Rhythmus der Sätze, vor allem die Wortwahl, manchmal sogar die Art, wie eine Szene aufgebaut war.

Es war, als würde ich eher nachahmen, statt das zu finden, was ich eigentlich suchte.

Und genau das wollte ich nicht.

Ich wollte keine Kopie sein.
Nicht von einem Autor.
Und auch nicht von vielen.

Ich wollte meine eigene Stimme finden.

Wie ich meine eigene Schreibstimme entdeckt habe

Irgendwann begann ich, das Lesen und Hörbuchhören bewusst zurückzustellen.

Keine Bücher nebenbei.
Keine Hörbücher.
Erst recht nicht an Tagen, an denen ich schreiben wollte.

Kurz keine Ablenkung.

Nur ich und ein leeres Blatt Papier.

In dieser Ruhe begann ich zu experimentieren.

Ich schrieb Szenen.
Veränderte Sätze.
Und probierte verschiedene Tonlagen aus.

Manchmal funktionierte es.
Manchmal überhaupt nicht.

Aber genau in diesem Ausprobieren entwickelte sich langsam etwas, das sich immer mehr nach mir anfühlte.

Mein eigener Schreibstil. Meine ganz eigene Schreibstimme.

Der Prozess des Ausprobierens

Der Weg zur eigenen Stimme war kein einzelner Moment.

Es war ein Prozess.

Einige Texte klangen plötzlich zu schlicht. Andere zu kompliziert. Manche Sätze fühlten sich fremd an, als hätte sie jemand anderes geschrieben.

Mit der Zeit begann ich zu erkennen, welche Art von Sprache sich für mich richtig anfühlt.

Welche Wörter zu mir passen.
Welche Satz-Rhythmen passen.
Und wie ich Emotionen beschreiben möchte.

Diese Dinge lassen sich schwer planen.

Sie entstehen eher nebenbei, während man schreibt und ausporbiert.

Schreiben statt Nachahmen

Lesen bleibt wichtig. Es hilft, das Gefühl für Sprache weiter zu entwickeln und verschiedene Möglichkeiten des Erzählen kennenzulernen. So kann man sich selber auch weiter entwickeln.

Aber für mich entstand meine eigene Stimme nicht beim Lesen.

Sie entstand in der Stille.

Durch Ausprobieren.
Durch Fehler.
Durch viele Seiten, die vielleicht nie jemand lesen wird.

Meine Schreibstimme heute

Heute fühlt sich meine Stimme gefestigter an.

Und trotzdem bleibt sie in Bewegung.

Mit jedem neuen Text verändert sie sich ein wenig. Sie entwickelt sich weiter, wächst mit jeder Geschichte und jedem neuen Gedanken.

Vielleicht ist das sogar das Spannende am Schreiben.

Die eigene Stimme ist nichts Starres. Sie entwickelt sich mit jedem Projekt weiter.

Eine Sache habe ich allerdings über mich gelernt.

Wenn ich gerade intensiv schreibe, vermeide ich Bücher oder Hörbücher an diesen Tagen. Zu schnell mischt sich sonst der Stil anderer Autoren wieder in mein Manuskript.

Die eigene Stimme verändert sich

Die eigene Schreibstimme zu finden bedeutet nicht, dass sie für immer gleich bleibt.

Sie verändert sich.

Mit jeder Geschichte.
Mit jeder Erfahrung.
Mit jedem neuen Gedanken.

Was heute natürlich wirkt, kann sich in einigen Jahren schon wieder anders anfühlen.

Vielleicht gehört genau das zum Schreiben dazu. Dass man seine Stimme immer wieder neu entdeckt.

Zum Mitnehmen

Die eigene Schreibstimme entsteht nicht immer auf die gleiche Weise.

Lesen kann ein wichtiger Teil des Weges sein. Aber manchmal findet man seine Stimme erst dann wirklich, wenn man beginnt, auf seine eigenen Worte zu hören.

Vielleicht entsteht der eigene Stil genau dort.

In der Stille.
Auf einer leeren Seite.
Und irgendwo zwischen vielen Versuchen.

Die eigene Stimme zu finden ist keine Methode.
Es ist ein Prozess.
Ein Weg zurück zu sich selbst.

Und der beginnt in der Stille, im Mut und in der Bereitschaft, du zu sein und nicht jemand anderes.

Wenn dich der Weg hinter meinen Geschichten interessiert, begleite mich gern ein Stück.

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Manchmal geht es um Zweifel, manchmal um kleine Entdeckungen beim Schreiben und manchmal einfach um die stille Freude an Geschichten.

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