Den Überblick beim Schreiben behalten

Den Überblick beim Schreiben behalten: Wie ich vom Chaos zu einem einfachen System gefunden habe

Kennst du das Gefühl, wenn du schreibst und schreibst und irgendwann denkst, jetzt passt es?

Und dann öffnest du eine neue Datei.

Du nimmst dir alles heraus, was gut war, und schreibst dort weiter.

Am Anfang fühlt sich das sinnvoll an.

Fast wie ein Fortschritt.

Doch irgendwann hat man nicht mehr nur ein Manuskript.

Sondern …

Manuskript 1.
Manuskript 2.
Manuskript 3.
Manuskript 4.

……..

Und plötzlich weiß man nicht mehr, welche Version eigentlich die aktuelle ist.

Mein Chaos am Anfang

So ging es zumindest mir, als ich mit dem Schreiben angefangen habe.

Ich hatte so viele Entwürfe, dass ich irgendwann komplett den Überblick verloren habe.

Jede Datei fühlte sich wichtig an.

In jeder steckte etwas, das ich behalten wollte.

Eine gute Szene.
Ein schöner Satz.
Eine Idee, die ich nicht verlieren wollte.

Also habe ich immer weiter neue Versionen erstellt.

In der Hoffnung, es besser zu machen.

Doch irgendwann wurde aus diesem Versuch, Ordnung zu schaffen, genau das Gegenteil.

Chaos.

Ich wusste nicht mehr:

Welche Datei ist aktuell.
Welche Szenen gehören wohin.
Und was ich eigentlich noch brauche.

Ich habe mehr Zeit damit verbracht, Dinge zu suchen, als wirklich zu schreiben.

Der Moment, in dem ich etwas ändern musste

Irgendwann wurde mir klar, dass ich so nicht weitermachen kann.

Ich wollte schreiben.

Nicht Dateien vergleichen.

Nicht überlegen, welche Version jetzt die richtige ist.

Also habe ich mir eine einfache Frage gestellt:

Wie kann ich mein Schreiben so strukturieren, dass ich mich wieder auf die Geschichte konzentrieren kann?

Mein System mit 3 Dokumenten

Inzwischen bekommt jedes meiner Buchprojekte einen eigenen Ordner.

Und in diesem Ordner gibt es genau drei Dokumente.

Nicht mehr.

Aber auch nicht weniger.

Dokument 1: Der Überblick

Hier sammle ich alles, was zur Geschichte gehört.

Das Exposé.
Den groben Plot.
Die Figuren, wichtige Informationen zu Örtlichen Gegebenheiten etc.
Und eine ausführlichere Outline. Die darf nicht feheln.

Dieses Dokument ist mein Fundament.

Wenn ich unsicher bin, schaue ich hier hinein. Es ist so etwas wie eine Enzyklopädie  zum Buch.

Dokument 2: Das Manuskript

Das ist mein eigentlicher Arbeitsbereich.

Hier wird nur geschrieben.

Keine Notizen.
Oder Experimente.
Und vor allen keine alten Versionen.

Nur die aktuelle Geschichte.

Das hilft mir, den Fokus zu behalten.

Hier arbeite ich mit dem Inhaltsverzeichnis um mich schneller und besser zurecht zu finden.

Die Kommentarfunktion verwende ich auch häufig um bei der Überarbeitung später nichts zu übersehen.

Dokument 3: Das Schmierblatt

Dieses Dokument hat mir sehr geholfen.

Hier darf alles hin.

Ideen.
Szenen.
Gedanken.
Und manchmal werden hier auch ganze Kapitel geparkt.

Wenn ich eine Szene gut finde aber mir unsicher bin, verschiebe ich sie hierhin, um sie zwischen zu lagern.

So geht nichts verloren.

Und ich kann trotzdem im Manuskript klar weiterarbeiten.

Der schwierige Teil: Loslassen

Ein Teil dieses Systems war für mich am Anfang besonders schwer.

Das Löschen.

Ich hatte oft das Gefühl, vielleicht gerade die perfekte Szene zu entfernen.

Doch mit der Zeit habe ich gelernt, meinem Gefühl mehr zu vertrauen.

Wenn eine Szene wirklich gut ist, kommt sie zurück.

Und wenn nicht, dann war sie vielleicht einfach nicht die richtige.

Diese Entscheidung fällt mir heute deutlich leichter.

Weniger Chaos, mehr Klarheit

Seit ich dieses System nutze, hat sich mein Schreiben verändert.

Ich verliere mich nicht mehr und kann den Fokus behalten.

Ich weiß immer, wo ich bin.

Und ich kann mich besser auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist.

Die Geschichte.

Das System ist nicht perfekt. Aber es funktioniert für mich.

Schreibprogramme sind zweitrangig

Zum Thema Schreibprogramme könnte man viel sagen. Aber für mich war das nie der entscheidende Punkt.

Ich arbeite seit Beginn mit einem einfachen Textverarbeitungsprogramm.

Und es funktioniert für mich.

Nicht das Tool macht den Unterschied.

Sondern die Struktur dahinter.

Zum Mitnehmen

Am Anfang darf Schreiben chaotisch sein.

Aber irgendwann hilft es, eine Struktur zu finden.

Ein System, das zu dir passt.

Denn je weniger Zeit du mit Suchen und Sortieren verbringst, desto mehr Raum bleibt für das, worum es eigentlich geht.

Geschichten zu erzählen.

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