schreiben neben dem Job
Zeit zum Arbeiten , keine Zeit zum Schreiben
Der paradoxe Anfang einer Autorenkarriere
Es gibt einen Widerspruch, den viele Autoren kennen.
Viele Menschen stellen sich den Weg eines Autors romantisch vor. Man sitzt am Schreibtisch, schreibt jeden Tag und arbeitet an seinen Geschichten.
Die Realität sieht oft anders aus.
Viele Autoren arbeiten ganz normal in einem Beruf. Der Job bezahlt die Rechnungen, gibt Sicherheit und sorgt dafür, dass man überhaupt die Freiheit hat, kreativ zu sein.
Gleichzeitig entsteht dadurch ein seltsamer Widerspruch.
Die Arbeit, die Stabilität schafft, nimmt genau die Zeit weg, die man eigentlich zum Schreiben bräuchte.
Das Gefühl eines Paradoxons
Im Moment fühlt sich mein Ziel manchmal genau so an.
Ich möchte schreiben.
Ich möchte meine Bücher veröffentlichen.
Ich möchte eine Autorenkarriere aufbauen.
Und gleichzeitig arbeite ich.
Die Arbeit gibt mir Stabilität. Sie sorgt dafür, dass ich meine Projekte ohne existenziellen Druck aufbauen kann.
Aber sie nimmt mir auch einen großen Teil meiner Zeit.
So entsteht ein Gefühl, das viele kreative Menschen kennen. Man arbeitet, um leben zu können. Gleichzeitig fehlt genau dadurch die Zeit für das, was man eigentlich aufbauen möchte.uj
Trotzdem entsteht etwas
Trotzdem habe ich gelernt, dass diese Phase kein Stillstand ist.
Auch wenn ich nicht jeden Tag mehrere Stunden an meinem Manuskript arbeiten kann, passiert im Hintergrund sehr viel.
Mein Blog wächst langsam.
Ich entwickle Konzepte.
Ich baue meine Plattform auf.
Manche Tage verbringe ich mehr Zeit mit Planung, Struktur oder Ideen als mit dem eigentlichen Schreiben.
Früher hätte ich das vielleicht als Zeitverlust gesehen.
Heute sehe ich es eher als Planung des Fundamentes.
Der langsame Übergang
Mein Ziel ist nicht, von heute auf morgen alles zu verändern.
Ich möchte Schritt für Schritt eine Grundlage schaffen.
Wenn mein Blog wächst und finanziell langsam trägt, kann ich vielleicht irgendwann meine Arbeitszeit reduzieren.
Ein paar Stunden weniger Arbeit können schon einen großen Unterschied machen.
Mehr Raum für Schreiben.
Mehr Raum für Geschichten.
Es ist kein Sprung ins Ungewisse, sondern eher ein langsamer Übergang.
Wenn Schreiben zum Termin wird
Viele etablierte Autoren geben einen häufigen Rat.
Man solle sich feste Zeiten einrichten, in denen nur geschrieben wird. Jeden Tag zur gleichen Zeit. Ohne Ablenkung.
Das klingt logisch und strukturiert.
Doch dieser Rat ist oft leichter gesagt als umgesetzt.
Viele Autoren arbeiten nebenbei. Sie haben Verpflichtungen. Familie, Partner, Termine, vielleicht auch Kinder oder Haustiere. Der Alltag lässt sich nicht immer in einen perfekten Schreibplan pressen.
Und manchmal ist man nach einem langen Arbeitstag einfach müde.
Dann möchte man vielleicht nur schlafen und sich erholen.
Wenn Schreiben in solchen Momenten zum Zwang wird, kann schnell etwas verloren gehen. Die Freude am Schreiben. Oder etwa nicht?
Der eigene Rhythmus
Vielleicht liegt die Lösung nicht darin, jeden Tag unbedingt schreiben zu müssen.
Vielleicht geht es eher darum, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Das Buch soll fertig werden.
Egal ob es Monate oder Jahre dauert.
Und wenn in einer Phase kein ganzes Buch entsteht, vielleicht entstehen Kurzgeschichten. Ideen. Fragmente.
Denn am Anfang schreibt man vor allem für sich selbst.
Ich persönlich würde wahrscheinlich durch drehen werden, wenn ich mich jeden Tag dazu zwingen müsste, vor meinem Manuskript zu sitzen.
Manchmal brauche ich Pausen.
Viele sagen, dass man bei längeren Pausen den Bezug zu einer Geschichte verliert.
Diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht.
Manche meiner Geschichten begleiten mich seit Jahren.
Das Ziel nicht aus den Augen verlieren
Vielleicht ist etwas anderes viel wichtiger.
Jeden Tag ein kleines Stück näher an das eigene Ziel zu kommen.
Das muss nicht immer eine geschriebene Seite sein.
Manchmal reicht es schon, eine Idee festzuhalten. Eine Szene im Kopf weiterzudenken. Den Namen eines Nebencharakters zu finden.
Auch das gehört zum Schreiben.
Geschichten entstehen nicht nur am Schreibtisch. Sie wachsen oft im Hintergrund.
Zum Mitnehmen
Es ist leicht zu glauben, man müsse alles sofort erreichen.
Mehr Zeit.
Mehr Bücher.
Mehr Fortschritt.
Aber vielleicht beginnt eine Autorenkarriere genau in diesem Spannungsfeld.
Zwischen Arbeit und Schreiben.
Zwischen Alltag und Traum.
Manchmal entsteht ein Weg nicht durch große Sprünge, sondern durch viele kleine Schritte.
Und irgendwann wirkt das, was einmal schwierig war, ganz selbstverständlich.
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